Kultur bei der Schlaraffia in Pattaya ist Kleinkunst in deutscher Sprache, von den Mitgliedern selbst gemacht. Meist zweimal im Monat, dienstags um 19:30 Uhr, tragen die Sassen des Castrum Siamesiae in der Sawasdeeburg Gedichte, Lieder, Musik und kleine Reden vor. Gäste dürfen zuhören, ohne selbst etwas beitragen zu müssen.
Ein Reych, das mit einer Strophe begann
Am Anfang dieses Reyches stand kein Gründungsprotokoll, sondern ein Gedicht. Die überlieferte Strophe aus den Bangkoker Anfangsjahren lobt das Land des Lächelns und gesteht zugleich, dass dem Schreiber etwas fehlte: Trotz Sonnenschein und Tropennacht verzage ein Mann, der mit Freunden nicht sippen kann. Seit 1973 ist das der Kern geblieben. Was in der Sawasdeeburg erklingt, ist in aller Regel selbst gedichtet, selbst gesungen oder selbst erzählt, und manchmal reichen drei Minuten, um den ganzen Tisch zum Lachen zu bringen.
Hans Albers, Tonheroen und Grüße aus der Ferne
Der Kalender zeigt, wie breit das Repertoire ist. Hans Albers, in der Schlaraffia als Ehrenschlaraffe La Paloma geführt, bekommt einen eigenen Abend mit Liedern, Anekdoten und Vorträgen, bei dem Mitsingen ausdrücklich zur Kultur gehört. Die Tonheroen-Feyer gilt als die musikalische Sippung des Jahres; wer singt oder ein Instrument spielt, kommt dort zu Ehren, und Können ist ausdrücklich keine Bedingung. Außerdem kennt das Castrum Siamesiae den Fernfexer-Turney, einen Wettstreit, bei dem ausdrücklich auch Beiträge von Freunden aus der Ferne willkommen sind.
Stoff aus 150 Jahren deutsch-thailändischer Geschichte
Für ihre Fechsungen müssen die Sassen nicht lange nach Themen suchen, denn die Geschichte der Deutschen in Siam liefert sie gleich mit. Da ist Peter Veit, in Bangkok geboren und am Hof unter dem Namen Phra Chenduriyang tätig, aus dessen Feder die thailändische Nationalhymne Phleng Chat stammt. Da ist der Architekt Karl Siegfried Döhring, der später als Ravi Ravendro Romane schrieb, und da ist das verspielte Tor der Deutschen Botschaft, das Erich Wiesner entwarf und dessen heiter-ironische Elemente später massiver Sicherheitstechnik weichen mussten. Wer daraus keinen Vers macht, hat den Abend nicht verstanden.
Pattaya, eine junge Stadt mit Kopf für Kultur
Pattaya ist erst seit 1978 eine Stadt mit eigenem Verwaltungsstatut, und die Schlaraffen waren schon ein Jahr früher am Strand. Wer hier Kultur sucht, findet sie an der Landspitze von Na Kluea im hölzernen Heiligtum der Wahrheit, und in Bangkok steht das Goethe-Institut als Anlaufstelle für deutsche Sprache bereit. Was dazwischen selten ist, bietet das Reych: einen Abend, an dem Deutsch nicht nur gehört, sondern mit Vergnügen verdreht, gereimt und gesungen wird.
So hören Sie zum ersten Mal zu
Als Gast werden Sie zu Beginn eigens begrüßt und sitzen von Anfang an mit am Tisch. Die Themen der nächsten Dienstage stehen in den Veranstaltungen der Sawasdeeburg, Antworten rund um den ersten Besuch sammeln die häufigen Fragen. Wer vorab verstehen möchte, was Schlaraffia überhaupt ist, liest bei schlaraffenfreunde.de die Einführung in die Welt der Schlaraffia.
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