Was ist Schlaraffia?
Schlaraffia ist eine weltweite Gemeinschaft von Männern, die sich der Pflege von Humor, Kunst und Freundschaft verschrieben haben. 1859 in Prag gegründet, vereint sie heute über 200 Ortsvereine auf fünf Kontinenten – verbunden durch die deutsche Sprache und ein einzigartiges, mittelalterlich inspiriertes Rollenspiel.
Drei Säulen – ein Erlebnis
Was auf den ersten Blick wie ein Verein aussieht, ist in Wahrheit ein Lebensgefühl. Schlaraffia ruht auf drei tragenden Säulen:
Humor
Geistreich, hintergründig, nie verletzend. Ob Wortspiel, Satire oder Selbstironie – bei Schlaraffia wird mit Niveau gelacht. Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen ist hier Programm.
Freundschaft
Keine Visitenkarten, keine Geschäftskontakte. Was Schlaraffen verbindet, ist ehrliche, tiefe Freundschaft – über Berufe, Grenzen und Generationen hinweg.
Kunst
Gedichte, Musik, Vorträge, Sketche – jeder bringt sein Talent ein. Die wöchentlichen Treffen sind Bühne und Inspiration zugleich. Perfektion ist keine Voraussetzung, Begeisterung schon.
Das Spiel
Das schlaraffische Spiel lehnt sich an die Ritterkultur des Mittelalters an. Es gibt eine Rittertafel und eine Junkertafel, einen Thron mit Marschall und Kantzler, Ceremonienmeister und weitere Ämter – jedes mit eigenen Aufgaben und Traditionen. Die Spielregeln sind im „Spiegel und Ceremoniale" (S&C) festgelegt, dem einzigen Gesetz der Schlaraffen.
Doch das Besondere: Vieles ist bewusst nicht eindeutig geregelt. Dieser Freiraum macht das Spiel lebendig und ermöglicht jedem Reych seinen eigenen Stil. Die deutsche Sprache ist dabei das verbindende Element aller Schlaraffen rund um den Erdball.
Natürlich kann kein Text das Erlebnis einer echten Sippung ersetzen. Die Atmosphäre, den Humor, die Kameradschaft – das muss man selbst erleben.
Ablauf einer Sippung
Jede Sippung folgt einem bewährten Ablauf – weltweit gleich, und doch jedes Mal einzigartig.
Eintreffen in der Burg
Die Schlaraffen treffen ein, begrüßen einander und stimmen sich auf den Abend ein.
Erster Teil – der ambtliche Teil
Feierliche Eröffnung, Begrüßung der Gäste, Verlesung des Protokolls und Nachrichten aus dem Kantzlerambt.
Schmus- und Atzungspause
Eine kurze Pause für Gespräche (Schmus) und eine Stärkung (Atzung) – trennt den formellen ersten vom kreativen zweiten Teil.
Zweiter Teil – das Thema
Der kreative Höhepunkt: Beiträge zum Abendthema – Gedichte, Vorträge, Musik, Sketche. Jeder darf, niemand muss. Maximal drei Minuten, belohnt mit „drei Lulu" – dem schlaraffischen Applaus.
Ende der Sippung
Die Sippung wird feierlich geschlossen. Der Abend klingt in geselliger Runde aus.
Die Sprache der Schlaraffen
Ein kleines Lexikon schlaraffischer Begriffe – damit Sie sich von Anfang an zurechtfinden.
Reych
Der Ortsverein – jede Schlaraffia-Gemeinschaft vor Ort bildet ein eigenes Reych mit eigenem Namen, Wappen und Charakter.
Sippung
Das regelmäßige Treffen der Schlaraffen – eine Mischung aus Ritual, Humor und kulturellem Programm.
Der Uhu
Symbol und Wappentier der Schlaraffia. Steht für Weisheit, Wachsamkeit und den besonderen Blick auf die Welt.
Knappe, Junker & Ritter
Mitglieder der Schlaraffia durchlaufen drei Stufen: Knappe, Junker und Ritter. Der Weg ist eine Zeit des Kennenlernens, Hineinwachsens und immer tieferen Verständnisses für das Spiel.
Pilger & Prüfling
Besucher und Interessenten heißen Pilger. Wer sich entschließt, den Weg in die Schlaraffia zu gehen, wird zunächst Prüfling – der erste Schritt zur Mitgliedschaft.
Die Burg
Der Versammlungsort eines Reychs. Kann ein Lokal, ein Clubraum oder ein eigenes Domizil sein – Hauptsache, es fühlt sich wie eine Burg an.
Spiegel & Ceremoniale
Das einzige Regelwerk der Schlaraffen. Legt den Rahmen fest, lässt aber bewusst Spielraum für Kreativität und lokale Traditionen.