Die Geschichte des Castrum Siamesiae in Thailand

Castrum Siamesiae · Reych Nr. 383 · Pattaya

Ein Reych der besonderen Art

Die Schlaraffia Castrum Siamesiae ist ein Reych mit stetig wechselnden Sassen — so nennen wir unsere Mitglieder. Firmenvertreter, Botschaftsangehörige und Reisende, die nur für kurze Zeit in Thailand bleiben, sitzen hier neben Männern, die seit Jahrzehnten im Land leben. Manche kamen bereits als Schlaraffen, andere wurden es erst hier.

Weit entfernt vom Zentrum des Uhuversums hält sich der schlaraffische Gedanke in Thailand beharrlich. Das liegt auch an unserer Lage: Wer nach Asien oder Australien reist, kommt gut bei uns vorbei. Viele Schlaraffen nutzen den Zwischenstopp für einen Einritt — den Besuch bei einem fremden Reych — in unsere Sawasdeeburg.

Trotz mancher Höhen und Tiefen hat sich unser Reych immer wieder rasch erneuert. Etwa alle drei Jahrungen — so heißt bei uns das Jahr — wechselte die Burg, also unser Sippungslokal. Wie viele Burgen es bis heute geworden sind, sagen die uns vorliegenden Unterlagen nicht: Die Zahl zwölf, die hier früher stand, beschreibt den Stand um 2011.

Ein Reych, das ein Land im Namen trägt, das es nicht mehr gibt

Castrum Siamesiae heißt, in der lateinischen Gewohnheit der Reychsnamen, Burg oder Lager Siams. Als Siam wurde bis 1939 das Land bezeichnet, das im Wesentlichen dem heutigen Thailand entspricht; nach dem Zweiten Weltkrieg trug es den Namen von 1946 bis 1949 noch einmal.

Das Kernland des historischen Siam lag im Becken des Mae Nam Chao Phraya, jenes Flusses, den die Europäer lange Menam nannten — „Mae Nam“ heißt einfach Fluss.

Gegründet wurde das Reych 1973, ein Menschenalter nach der Umbenennung. Die Sassen wussten das und schrieben es dennoch so. Die überlieferte Strophe, mit der die Sache begann, sagt es selbst:

„Hier in Siam lässt es sich glücklich leben,
im Land des Lächelns fühle ich mich wohl;
doch leider fehlt mir hier das harmlos heit're Streben,
im Uhufinstern ist mein Dasein unerfüllt und hohl.
Trotz Sonnenschein und Tropennacht verzagt ein Mann,
der mit Freunden in der Nacht nicht sippen kann.“

Und die erste Burg hieß Menamburg, nach dem Fluss. Ein Reych, das sich seinen Ort über die alten Namen erschließt.

a. U. 113 — zwei Fahrende in Bangkok

Ein Wort zur Jahreszählung, weil sie auf dieser Seite ständig vorkommt: a. U. zählt die Jahrungen seit 1859, dem Gründungsjahr der Allmutter Praga. Das profane Jahr ergibt sich aus 1859 plus der a.-U.-Zahl — a. U. 114 ist also 1973, a. U. 167 das Jahr 2026.

A. U. 113, profan 1972, wurden die Rtt Nomadicus und Gishi aus dem Reych Kobea Japonica in Japan fahrend und ließen sich im damals uhufinsteren Bangkok nieder. Beide waren beruflich dort: der eine als Kanzler der Deutschen Botschaft, der andere als Architekt mit der Bauaufsicht über das neue Botschaftsgebäude.

Das ist der Punkt, an dem sich die Reychsgeschichte mit der profanen Geschichte verzahnt. Die Bundesrepublik hatte in Bangkok am 22. Dezember 1952 eine Gesandtschaft eröffnet, die am 24. Januar 1956 zur Botschaft wurde; sie liegt an der 9 South Sathorn Road im Diplomatenviertel.

Und in den Jahren 1972 bis 1974 wurde an der Botschaftsliegenschaft gebaut: Die nur 32 Meter breite Front zur Hauptstraße wurde mit einem künstlerisch gestalteten Tor und einem Zaun abgeschirmt, entworfen von Erich Wiesner, einem Schüler Hans Uhlmanns. Das Öffnen und Schließen des Tores erzeugte wechselnde optische Eindrücke und einen verspielten Effekt; aus Sicherheitsgründen wurden diese heiter-ironischen Elemente später durch massive Technik ersetzt. Ob das Bauvorhaben, das unsere Chronik erwähnt, genau dieses war oder ein Gebäude auf demselben Grundstück, sagen die Unterlagen nicht — die Jahre passen, mehr wissen wir nicht.

Anfang a. U. 114 — profan 1973 — gesellte sich DSR Rt Bon-Jur hinzu, der seine in Bangkok lebende Burgmaid besuchte. Er kam von der Berolina (2) in Berlin, und Berlin erklärte sich bereit, die Mutterschaft für das werdende Reych am Menam zu übernehmen. Diese Mutterschaft bestätigen die Stammdaten des Reychsarchivs, der Chroniktext und der bisherige Bestand dieser Seite gleichlautend.

10. Lenzmond a. U. 114 — eine Sippung im ältesten Hotel des Landes

Lenzmond ist der schlaraffische März. Am 10. Lenzmond a. U. 114, also am 10. März 1973, machte Rt Raudi (257) mit einer Schar von Sassen samt Tross auf einer Reise in Bangkok Station. Die drei Ansässigen hatten schon profane Interessenten gefunden — und die eingerittenen Sassen improvisierten kurzerhand eine Sippung im Oriental Hotel.

Das war nicht irgendein Haus: 1876 eröffnet, war es das erste in Thailand errichtete Hotel, und es steht am Chao Phraya. Im selben Monat hielt das Feldlager Bangkok seine erste eigene Sippung.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Am 24. Ostermond — dem April — nahmen die Sassen die Entwürfe für Reychswappen und Willekum-Orden an. Am 6. Brachmond, also im Juni, überreichte der Pilger Kugler der werdenden Colonie einen echten ausgestopften Uhu, erstanden auf dem Sonntagsmarkt; er wacht bis heute über die Sippungen.

Am 1. Windmond a. U. 114 — dem 1. November 1973 — erteilte der Allschlaraffenrat die Gründungsbewilligung für die Colonie 383 Castrum Siamesiae. Windmond ist der November. Dieses Datum führt das Reychsarchiv als Gründungstag, und von ihm zählt das Reych bis heute seine Jahrungen.

Als die erste Menamburg im President Hotel zu klein wurde, zog die Colonie ins Erawan Hotel um, wo am 5. Christmond — im Dezember — a. U. 114 bereits die 26. Sippung stattfand.

25. Eismond a. U. 115 — Gründungsfest, und ein Jahr später die Sanktion

Am 25. Eismond a. U. 115 feierte die Colonie ihr Gründungsfest; weit über hundert Sassen, Burgfrauen und Tross aus dem ganzen Uhuversum ritten ein. Eismond ist in diesen Unterlagen der Januar — der Chroniktext schreibt für dasselbe Ereignis „25. 1. a. U. 115“ —, das Datum ist also der 25. Januar 1974.

Ein Jahr darauf kam die Sanktion. Der Allschlaraffenrat beschloss bei seiner Zusammenkunft zu Turcensis, dem Reych in Zürich, „die SANKTIONIERUNG unserer 12. Tochter, der h. CASTRUM SIAMESIAE (383), zu genehmigen“.

Die Feyer fand im Eismond a. U. 116, also im Januar 1975, in Bangkok statt: ASR Florett sprach im Panorama Ball Room im 16. Stock des Hotels Hyatt Rama vor Schlaraffen aus rund fünfzig Reychen des Uhuversums. Kurz darauf meldete die junge Colonie eine neue Burg im zehnten Stock desselben Hauses — im Penthouse des Hyatt-RAMA-Hotels zu Bangkok.

Die Abwanderung, von Anfang an

Noch vor dem Gründungsfest zeigte sich, was die größte Sorge dieses Reyches werden sollte. Vier präsumtive Erzschlaraffen und ein Knappe hatten das Reych bereits wieder verlassen — Firmenvertreter und Botschaftsangehörige werden versetzt, das ist der Preis der Lage.

Das Reych versteht sich seither als Reych „quasi in der Diaspora“: geplagt durch Wegzüge, Austritte, Fahrendmeldungen, das Burgenproblem und finanzielle Engpässe, weil die Burgmieten von wenigen Sassen getragen werden müssen.

Genau daraus erklärt sich die Lebensader: die Einritte. Wer nach Asien oder Australien reist, kommt gut vorbei, und fast jeder Sasse nutzt den Zwischenstopp für eine Sippung. Zwei Sassen thailändischer Nationalität, a. U. 116 eingetreten, gehören seit den Anfangsjahren dazu.

A. U. 120, profan 1979, war das Reych beim Schlaraffischen Concil zu Vindobona — Wien — erstmals durch einen Legaten vertreten, OÄ Rt Sidam-Nuss. Am 26. Lenzmond 1980 fand in der Menamburg ein Ritterschlag mehrerer Junker statt.

1977 — der Weg an die Ostküste

Am 25. und 26. Brachmond 1977 unternahm das Reych seinen ersten Ausritt an den Badestrand von Pattaya. Was das damals bedeutete, wird erst mit dem profanen Kalender daneben deutlich.

Noch in den 1950er Jahren bestand der Küstenabschnitt zwischen Si Racha und Sattahip aus einer Handvoll Dörfern; in der Bucht von Pattaya wohnten einige Fischerfamilien. Die eigentliche Geschichte des Ortes beginnt in den frühen 1960er Jahren, und 1978 wurde Pattaya zur Stadt mit eigenem Verwaltungsstatut erklärt. Die Schlaraffen kamen also im Jahr davor. Die Geschichte des Ortes steht auf einer eigenen Seite.

Aus dem Ausflug wurde eine Einrichtung. Heute liegt der Schwerpunkt des Reychslebens an der Ostküste: Die Sawasdeeburg ist im Restaurant Vespresso an der Padtanakan Road in Nongprue, Bang Lamung, Chon Buri; gesippt wird dienstags um 19:30 Uhr, zweimal, in manchen Monden dreimal.

Das Reych ist dabei für deutschsprachige Männer in ganz Thailand da — für Residenten in Pattaya und Bangkok ebenso wie im Isaan, der Nordostregion auf der Khorat-Hochebene, aus der eine eigene Sippung der Isaan-Ritter hervorgegangen ist.

In welchem Jahr das Reych seinen Sippungsort endgültig von Bangkok nach Pattaya verlegte, ist in den vorliegenden Unterlagen nicht festgehalten. Belegt ist der erste Ausritt 1977; die Jubiläen wurden noch 1984, 1994 und 1999 in Bangkok gefeiert. Wer das Jahr kennt, möge es uns bitte mitteilen.

Eine Fehde über zehntausend Kilometer

1978 trug das Reych eine Reychsfehde gegen die Elberfeldensis aus — nicht in Asien, sondern in der deutschen Eifel, auf der Burg zu Heimbach im Kreis Düren, wo drei Tage lang die Uhufahne wehte. Als kleiner David gegen den übermächtigen Gegner behielt das Castrum Siamesiae nach langem Anritt die Oberhand.

Dass ein Reych aus Bangkok und eines aus Wuppertal ihren Wettstreit in der Nordeifel austragen, sagt mehr über die Reichweite dieser Freundschaften als jede Zahl. In Heimbach (Eifel) steht die Burg Hengebach, eine Ringburganlage des 12. bis 14. Jahrhunderts über der Rur, heute Internationale Kunstakademie; ein „Schloss Heimbach“, wie es hier früher stand, ist dort nicht nachweisbar. Dass dieser Bau gemeint war, nehmen wir an — bestätigt ist es nicht.

Jubiläen in Bangkok

A. U. 125, profan 1984, fand im Indira Hotel zu Bangkok das 10. Stiftungsfest statt. Zum 20. kam 1994 ein Flugroßritt in den Fernen Osten, und das 25. wurde 1999 im Grand Hyatt Erawan gefeiert.

Dahinter steckt eine Fügung, die man nicht erfinden könnte. Das Erawan Hotel, in dem die Colonie schon 1973 sippte, war 1956 gebaut worden — unter so vielen Unglücksfällen, dass die Arbeiter die Arbeit verweigerten und ein Astrologe einen Schrein für den Gott Brahma anordnete. Der Erawan-Schrein wurde am 9. November 1956 eingeweiht, die Unfallserie hörte auf, das Hotel wurde fertig.

1987 wurde es abgerissen, 1991 entstand an seiner Stelle das Grand Hyatt Erawan. Das Reych feierte sein Vierteljahrhundert also auf dem Boden, auf dem es seine 26. Sippung gehalten hatte.

Meilensteine

  • a. U. 113 (1972) — die Rtt Nomadicus und Gishi kommen fahrend aus der Kobea Japonica nach Bangkok.
  • 10. Lenzmond a. U. 114 (10. März 1973) — improvisierte Sippung im Oriental Hotel, dem ältesten Hotel des Landes.
  • 1. Windmond a. U. 114 (1. November 1973) — Gründungsbewilligung für die Colonie 383 am Menam, Mutterreych ist die Berolina in Berlin.
  • 25. Eismond a. U. 115 (25. Januar 1974) — Gründungsfest mit weit über hundert Einreitern.
  • Eismond a. U. 116 (Januar 1975) — Sanktion zum eigenständigen Reych, gefeiert in Bangkok.
  • 1977 — erster Ausritt an den Badestrand von Pattaya, ein Jahr vor der Stadtwerdung des Ortes.
  • a. U. 119 (1978) — Schlachtenruhm: Als kleiner David schlägt das Castrum Siamesiae nach langem Anritt die übermächtige Elberfeldensis auf der Burg zu Heimbach in der Eifel.
  • a. U. 163 (2022) — Beitritt zum Bund der Quellreyche als Quellreych XIII.

Quellreych XIII — seit a. U. 163

Quell ist das schlaraffische Wort für Bier, und ihm sind die Sassen des Castrum Siamesiae nicht abgeneigt. Am 7. im Lethemond — dem Oktober — a. U. 163, profan 2022, traten wir dem Bund der Quellreyche bei.

Für Einreiter wird der Besuch damit doppelt interessant: Wir stempeln den Quellreych-Ausrittpass ab — und anders als in den übrigen Quellreychen nicht nur zu Quellsippungen, sondern bei jeder Sippung der 383. Wer fleißig einreitet, sammelt Quellahnen und Quelltropfen und kann sich wohlklingende Titel erwerben.

Wohlan — auf geht's. Drei quellfrische Lulu aus Thailand!

Das Castrum Siamesiae heute

Über fünf Jahrzehnte nach der Gründung sind wir nach allem, was wir übersehen, das einzige schlaraffische Reych auf dem asiatischen Kontinent — die Länderübersicht der öffentlichen Darstellungen nennt außer Thailand kein asiatisches Land, eine schlaraffische Primärquelle dafür liegt uns aber nicht vor. Ein Anlaufpunkt für reisende Sassen aus dem gesamten Uhuversum sind wir in jedem Fall. Uns ist jeder Einreyter uhuhertzlich willkommen. Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Thailand kommt, findet bei uns eine Runde, in der Sprache, Humor und Freundschaft selbstverständlich sind.

Mit dem australischen Reych Pertha Australika (416) verbindet das Castrum Siamesiae eine Gemeinschaftsahne: Beide Reyche, weit auseinander und beide abgelegen, schufen einen gemeinsamen Aufnäher für den Einritt in beide — zweimaliger Einritt nötig, ohne zeitliche Begrenzung, gezählt erst nach Erwerb des Passes.

Im Windmond 2026 zählt das Reych 53 Jahrungen. Warum in Bangkok überhaupt eine deutschsprachige Runde entstehen konnte, erzählt die Seite Deutsche in Siam; die wichtigsten Wörter unserer Sprache stehen im kleinen Schlaraffen-Wörterbuch.

Die geschichtlichen Angaben dieser Seite sind im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv belegt, überwiegend in den Jahrgängen der Deutschen Schlaraffen-Zeitung. Die profanen Angaben zu Stadt, Land und Bauwerken sind einzeln mit Quelle nachgewiesen. Offen bleiben: das Jahr, in dem der Sippungsort von Bangkok nach Pattaya verlegt wurde; die heutige Zahl der Burgen; ob die Sanktionsfeyer auf den 24. oder den 25. Eismond a. U. 116 fällt; welches Bauvorhaben der Deutschen Botschaft Rt Gishi beaufsichtigte; und welcher Bau in Heimbach der Fehdeort war. Die Angaben zum 20. und 25. Stiftungsfest sowie zum Flugroßritt 1994 stammen aus einem noch nicht gegengeprüften Auszug. Wer zu einem dieser Punkte Unterlagen beitragen kann, möge sich bitte melden. Stand: September 2026.


Geschichte der Schlaraffia

Historische Aufnahme einer Schlaraffia-Sippung

🦉 Schlaraffia in Zahlen: Gegründet 1859 · Über 200 Reyche weltweit · 5 Kontinente · Eine Sprache · Eine Gesinnung: Humor, Freundschaft und Kunst.

Die Wiege: Prag, 1859

Es begann mit einer Handvoll Künstler und Intellektueller im Prag des Jahres 1859. Schauspieler, Dichter, Maler – Menschen, die die Schwere der Zeit für einige Stunden ablegen wollten, um gemeinsam zu lachen, zu spielen und Freundschaft zu pflegen. Sie nannten ihre Runde schlicht: Schlaraffia.

Der Name war Programm: Das sagenhafte Schlaraffenland, jenes Land der Leichtigkeit und Freude, sollte für einige Stunden real werden. Kein Standesdenken, keine Hierarchie des Alltags – nur Spiel, Humor und Kunst.

Das Spiel breitet sich aus

Die Idee sprach sich schnell herum. Schon bald entstanden weitere Reyche in anderen Städten des deutschsprachigen Raums: Wien, Berlin, Hamburg, München. Mit der deutschen Auswanderungswelle im 19. und frühen 20. Jahrhundert wanderte die Schlaraffia mit in die Neue Welt.

New York, Buenos Aires, São Paulo – überall dort, wo deutschsprachige Einwanderer eine neue Heimat suchten, gründeten sie auch einen Schlaraffen-Reych. Das Band der gemeinsamen Sprache und des gemeinsamen Spiels hielt sie zusammen – über alle Entfernungen hinweg.

Schlaraffia überlebt die Stürme der Geschichte

Zwei Weltkriege, politische Umwälzungen, Verbote – Schlaraffia hat vieles überlebt. In Deutschland und Österreich wurde die Vereinstätigkeit in den Kriegsjahren eingeschränkt oder unterbunden. Doch kaum war Frieden, lebten die Reyche wieder auf. Dieser Überlebenswille ist kein Zufall: Wo echte Freundschaft herrscht, findet sie immer einen Weg.

Besonders bemerkenswert: Während in Europa manches Reych temporär pausierte, lebte die Schlaraffia in Übersee ungebrochen weiter. Die Allschlaraffia – der weltweite Dachverband – sorgte für Zusammenhalt und Kontinuität.

Die Allschlaraffia – weltweiter Zusammenschluss

Alle Schlaraffen-Reyche der Welt sind in der Allschlaraffia zusammengeschlossen. Dieser Dachverband regelt die gemeinsamen Spielregeln, vergibt Reychs-Nummern und stellt sicher, dass ein Schlaraffe aus Tokyo bei einer Sippung in Frankfurt sofort zuhause ist.

Die Allschlaraffia hält damit etwas aufrecht, das in der modernen Welt selten geworden ist: Eine Gemeinschaft, die auf Werten gründet – nicht auf Profit oder Networking. Humor, Freundschaft und Kunst sind keine leeren Worte, sondern gelebte Praxis bei jedem Treffen.

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